Beinwell bei Arthrose, Rheuma, Gicht und Knochenschäden

Dem Beinwell lat. Symphytum officinale gefällt es gut hier im Hausgärtchen. Dass er sich angesiedelt hat freut mich ganz besonders, denn noch vor einem Jahr sammelte ich ihn wild weil einige Bekannte und ich selbst seine Heilkräfte benötigten.  Im letzten Jahr bildete der Beinwell eine große Blattrosette und in diesem Frühling ist mein „Knochenkitter“ zu einer kraftvollen und wunderschönen Pflanze heran gewachsen, die jetzt kurz vor der  Blüte steht.

dieser Beinwell-Pflanze gefällt es hier

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Von seinen wild vorkommenden Geschwistern hatten wir im Herbst letzten Jahres Beinwell-Wurzeln geerntet und Beinwell-Salbe gerührt. Diese dient zur Heilung der Körper-„hardware“ und wird z. B. bei Gelenkbeschwerden, Gicht, Rheuma, Arthrose und Verstauchungen aufgetragen.

Erstaunliche Heilerfolge können bei Knochenbrüchen erzielt werden. In Internetforen wird selbst von der Regeneration von Zähnen und Zahnfleisch berichtet.

Wer selbst schon einmal eine Beinwell-Wurzel ausgegraben, ertastet und erspürt hat, kann die heilenden Wirkungen schon gut allein von der klebrig-schleimigen Konsistenz ableiten, die sich beim Schälen der Wurzel zeigt. Die außen schwarzen und innen weißen Wurzeln beinhalten Allantoin, einen der unzähligen sekundären Pflanzenstoffe in der wunderbaren Pflanzenwelt.

Sekundäre Pflanzenstoffe sind gesundheitsrelevante Substanzen in Pflanzen, die als sekundär bezeichnet werden, da sie keine Kalorien liefern wie die Hauptnährstoffe Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate. Allantoin wird in der Kosmetik eingesetzt, medizinisch bei Hautverletzungen, es beschleunigt den Zellaufbau, sowie Zellbildung und –regeneration und wirkt hautberuhigend. Im Beinwell enthalten sind ebenfalls bis zu 6 % Gerbstoffe, die zusammenziehend, entzündungshemmend, antibakteriell, antiviral und Gifte neutralisierend wirken. Weitere sekundäre Pflanzenstoffe im Beinwell sind Schleimstoffe, Stärke, Triterpene, 1-3 % Asparagin, Phytosterole und 0,04-0,6 % Pyrrolizidine.

Der Beinwell diente Jahrhunderte als Heilpflanze und Nahrung und bisher ist durch seinen Konsum keine schädigende Wirkung beim Menschen beschrieben worden. Doch es sollen auch hier die enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide, die möglicherweise leberschädigend wirken könnten, erwähnt werden. Ihr wisst ja, wer Wildpflanzen sammelt und zu Heil- und Nahrungszwecken verwendet, der macht sich selbstverständlich mit der Materie genügend vertraut und lernt die Pflanzen kennen.
Die Blätter vom Beinwell können ohne Blütenstand mit denen des giftigen Fingerhuts lat. Digitalis purpurea verwechselt werden.

auf gleicher Höhe mit dem Beinwell

1,7 m, auf gleicher Höhe mit Beinwell

Die jungen weichen behaarten Blätter schmecken frisch nach Salatgurke und würzen Kräuterquark, Zaziki und ein leichtes Apfelessig-Leinöl-Dressing für Blattsalate. Die ca. 10 cm großen Blätter können mit einer Frischkäse-Creme bestrichen und eingerollt werden. Anschließend in einen Backteig eintauchen und in Olivenöl knuspig ausbacken. Für ein köstliches Wild-Gemüse den Beinwell mit Giersch, Brennnesseln, auch Spinat, Mangold und Pakchoi auf kleiner Hitze und mit wenig Wasser leicht dünsten und dann pürieren.

Beinwell passt auch sehr gut für Wildgemüse-Frikadellen. Eine Mischung von Giersch, Melde, Wiesenknopfkraut, guter Heinrich und Beinwell waschen, hacken und kurz dünsten, die gleiche Menge gekochte geriebene Kartoffeln, ein paar gequollene Getreideflocken und Chiasamen (Ei-Ersatz) dazu geben und gut durchkneten. Ganz Eilige können auch Kartoffelpüree dafür nehmen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, aus dem Teig Küchlein formen und in Olivenöl braten.

Gespannt bin ich darauf mit dem neuen Pflanzenwesen Comfrey, so wird Beinwell auch genannt, zu kommunizieren, natürlich berichte ich Euch in einem neuen Blog-Beitrag davon,
viel Freude und Sonne für Euch
Andrea

2 Kommentare zu “Beinwell bei Arthrose, Rheuma, Gicht und Knochenschäden

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